How to change your mind

Television alters thinking. Religion alters thinking. Books alter thinking. Music alters thinking. Images change thinking. Conversations alter thinking. Meditation alters thinking. Observations alter thinking. Closing one’s eyes alters thinking. Taking in food alters thinking. Fasting alters thinking. Feeling alters thinking.

Everything alters thinking. Thinking is based on the exchange of electrical signals between nerve cells. Nerve cells that are connected via synapses. Nerve cells, which arise and disappear, connected by synapses, which also arise and disappear.

The nerve cells connected by synapses are like the molecules on the water surface of a lake, stable enough that a water strider can walk on them. But there are never ‘the very same’ molecules on the water surface. The molecules are in constant exchange with the surrounding water molecules in the lake. It is a constant dance of the molecules, in which always others come to the surface to be immediately replaced by others. As if one were standing on a gravel path and the stones under one’s feet are permanently exchanged.

The synapse connections between the nerve cells in the brain are the paths of thinking. The paths on which the thoughts walk. But the paths are in constant change. Paths are being trodden or are drifting. They never remain exactly the same.

(( More spectacular, although much rarer, is the idea or realization – the discovery of a completely new path, a completely new connection. The younger one is, the more frequently it occurs, logically, because there is not yet such a pronounced road network of thoughts. This occurs with everyone over time. ))

People tend to ask, “Is that good or bad?”
Is it good or bad when the ways of thinking change?
The answer is the same as to most ‘good or bad’ questions: It is not good or bad: it is.

Being aware that everything changes your thinking, that everything you absorb consciously or unconsciously changes you, enables you to influence what you absorb, what changes you. Becoming more conscious at the same time gives others less possibility to manipulate you as they would like you to.

Of course one cannot choose everything that comes into one’s head – into thinking. But you can influence it. The first steps are to remember again and again that everything you take in influences your thinking and thus your perception of the world.

A very smart friend once said to me: “I have always read an incredible amount, probably thousands of books in my life. That was everything, literature, non-fiction, but also crime thrillers, trivial and any kind of junk. But it’s strange, I used everything, even the greatest nonsense, at some point to get my insights.”

“Sure,” I said, “because all you put in your head is the material you think with. What other material should you think with?”

But not all material is equally good.

And unlike earlier times, when people couldn’t get enough information, today we live in a time when we are confronted with an overwhelming mass of information.

There is better information and worse information.

We can improve our thinking by learning to be more aware of what we let into ourselves.

 

Wie man das Denken verändert

Fernsehen verändert das Denken. Religion verändert das Denken. Bücher verändern das Denken. Musik verändert das Denken. Bilder verändern das Denken. Gespräche verändern das Denken. Meditation verändert das Denken. Beobachtungen verändern das Denken. Die Augen schließen verändert das Denken. Nahrung aufnehmen verändert das Denken. Fasten verändert das Denken. Fühlen verändert das Denken.

Alles verändert das Denken. Denken basiert auf dem Austausch elektrischer Signale zwischen Nervenzellen. Nervenzellen, die über Synapsen verbunden sind. Nervenzellen, die entstehen und vergehen, verbunden durch Synapsenverbindungen, die ebenfalls entstehen und vergehen.

Die durch Synapsen verbundenen Nervenzellen sind wie die Moleküle an der Wasseroberfläche eines Sees, stabil genug, dass ein Wasserläufer darauf laufen kann. Doch es sind nie ‘die selben’ Moleküle, die sich an der Wasseroberfläche befinden. Die Moleküle sind im ständigem Austausch mit den umgebenden Wassermolekülen im See. Es ist ein ständiger Tanz der Moleküle, bei dem immer wieder andere an die Oberfläche kommen um umgehend wieder von anderen abgelöst zu werden. So als würde man auf einem Schotterweg stehen und sich die Steine unter den Füßen permanent austauschen.

Die Synapsenverbindungen zwischen den Nervenzellen im Hirn sind die Wege des Denkens. Die Wege, auf denen die Gedanken laufen. Doch die Wege sind in ständigem Wandel. Pfade werden ausgetreten oder driften. Sie bleiben hingegen nie exakt gleich.

(( Spektakulärer, wenn auch viel seltener, ist die Idee oder Erkenntnis – die Entdeckung eines völlig neuen Wegs, einer völlig neue Verbindungen. Je jünger man ist, desto häufiger kommt sie vor, logischer Weise, denn es gibt noch kein so ausgeprägtes Straßennetz der Gedanken. Das entsteht bei jedem über die Zeit. ))

Der Mensch neigt zu fragen – “Ist das nun gut oder schlecht?”
Ist es gut oder schlecht, wenn sich die Wege des Denkens verändern?
Die Antwort darauf ist die selbe wie auf die meisten ‘gut oder schlecht’ – Fragen: Es ist nicht gut oder schlecht: Es ist.

Sich darüber bewusst zu sein, dass alles das Denken verändert, dass einen alles, was man bewusst oder unbewusst in sich aufnimmt, verändert, gibt einem die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, auf das, was was in sich aufnimmt, auf das, was einen verändert. Sich mehr bewusst zu werden gibt gleichzeitig anderen weniger Möglichkeit einen so zu manipulieren, wie sie es gerne hätten.

Natürlich kann man sich nicht alles aussuchen, was einem in den Kopf – ins Denken – kommt. Doch man kann Einfluss darauf nehmen. Die ersten Schritte sind, sich immer wieder daran zu erinnern, dass alles, was man aufnimmt, das Denken und damit die Wahrnehmung, die wir von der Welt haben, beeinflußt.

Ein kluger Freund sagte einmal zu mir: “Ich habe immer unglaublich viel gelesen, wohl tausende Bücher in meinem Leben. Das war alles mögliche, Literatur, Sachbücher aber auch Krimis, triviales und irgendwelcher Schrott. Doch es ist seltsam, ich habe alles, auch den größten Blödsinn, irgendwann einmal gebraucht, um auf meine Erkenntnisse zu kommen.”

“Klar,” habe ich gesagt, “denn alles, was Du in deinen Kopf tust, ist das Material mit dem du denkst. Mit welchem Material solltest du sonst denken?”

Doch nicht alles Material ist gleich gut.

Und anders als zu früheren Zeiten, in denen der Mensch gar nicht genug an Informationen bekommen konnte, leben wir heute in einer Zeit, in der wir mit einem überwältigenden Masse an Information konfrontiert sind.

Es gibt bessere Information und schlechtere.

Wir können unser Denken verbessern, indem wir uns angewöhnen aufmerksamer zu sein mit dem, was wir in uns hinein lassen.

Intelligence as we know it

Where I came from, I wasn’t particularly smart. This can be proven by many testimonies and reports of my former teachers. In other places it was different and so in the course of my life I collected very different assessments of my capability to think.

The reason is probably that there is not one intelligence, but instead many different kinds. Just as there are different kinds of skills. One person migt be good when it comes to juggling balls. Another one is skilled at combining words and yet another one is good at combining lines of computer code.

When I watch my nephews play computer games with others in a team spread all over the world. They are skilled at using a technique that was completely unimaginable just a few years ago. How would you want to evaluate these skills? In the grading system of my former teachers?


Excerpt from “Codonaut – Where do we program ourselves?”, a Korsakow film about artificial intelligence. The film can be seen here: codonaut.de

God is a Blackbox

Where I come from, people believe in the good Lord. God is an algorithm that no one really understands. But people became accustomed to teaching their children, to behave as they suspect God likes it.

God probably doesn’t exist. Or at least not the way people imagine it where I come from. There are many other places, where there are people that imagine god. And the many different notions that don’t go together front and back. It would be an unlikely coincidence, that right where I come from,  people had the right perception.

Der Liebe Gott ist eine Black Box. Und dabei ist es ganz egal, wie sie funktioniert. Wichtig ist lediglich, dass sich alle, möglichst ähnlich verhalten um dem Lieben Gott oder irgend einer anderen Black Box zu gefallen.

God is a black box. And it doesn’t really matter how the black box works. The only important thing is that everyone behaves as similarly to please the Good Lord – or the black box.

Because that provides reliability. To the individual, because it feels good, and to everyone, because it makes everyone more predictable.


Excerpt from “Codonaut – Where do we program ourselves?”, a Korsakow film about artificial intelligence. The film can be seen here: codonaut.de

Blackbox Gott

Da, wo ich herkomme glaubt man an den Lieben Gott. Gott ist ein Algorithmus den so recht niemand versteht. Doch die Menschen haben sich angewöhnt, ihren Kindern beizubringen, sich so zu verhalten, wie sie vermuten, dass es dem Lieben Gott gefällt.

Vermutlich gibt es Gott nicht. Oder zumindest nicht so, wie man es sich da, wo ich herkomme, vorstellt. Denn es gibt auch noch viele andere Orte, an denen man sich einen Gott vorstellt. Die vielen verschiedenen Vorstellungen passen vorne und hinten nicht zusammen. Es wäre ein unwahrscheinlicher Zufall, wenn man ausgerechnet da, wo ich herkomme, die richtige Vorstellung hätte.

Der Liebe Gott ist nur eine Form einer Black Box. Und dabei ist es ganz egal, wie sie funktioniert. Wichtig ist lediglich, dass sich alle, möglichst ähnlich verhalten um dem Lieben Gott oder irgend einer anderen Black Box zu gefallen.

Denn das gibt Sicherheit. Dem einzelnen, weil er sich gut fühlt. Und allen, weil es alle berechenbarer macht.


Auszug aus “Codonaut – Wohin programmieren wir uns?”, einem Korsakow-Film über Künstliche Intelligenz. Der Film ist hier zu sehen: codonaut.de