Korsakow way of thinking

I am convinced, that we have something here, that has the potential to solve a very concrete problem. The problem is, that linear narratives give a very distorted image of reality. The reason for this is that linear narratives are very bad when it comes to communicate grey tones. Hyper linear and linear storytelling (whether interactive or not) loves extremes. Telling things in black and white makes better stories, but does not portrait the world (and its problems) accurately.

There are so very many examples. A friend just sent me two links, one to an excellent interview with a very recognized German journalist who talks about the Ukrainian conflict and his frustration with the inability of journalists to take a sober standpoint, the other link to a trailer of a new Adam Curtis project, where he complains about the dump simplifications of the complexity of the world that lets us see enemies everywhere. The problem of telling things in black and white is that you end up with half the world being your enemy. Telling things in black and white is a necessity of linear storytelling. Korsakow does not like black and white, in fact it has a tendency to find the grey tones. Seeing the grey tones is so damn important. The sustainable solutions for the problems we face are all in the grey zone. Extreme solutions just create more extreme situations.

Please also see:

Adam Curtis:
http://www.bbc.co.uk/blogs/adamcurtis/posts/TRAILER-TRASH

Sinn

2015atomDer Mensch kann Sinn machen. Wenn er sich umschaut und auf die Dinge blickt, die ihn umgeben. Er kann sogar in andere Dimensionen blicken, indem er einen Blick in den Kosmos wirft, oder auf die Ebene der Atome.

Vielleicht macht alles nur aus dem Blickwinkel unsere Dimension Sinn, wenn wir von unserer Dimension auf andere Dimensionen (das All, das Atom) blicken. Macht alles aus dem Blickwinkel Atome Sinn? Gibt es überhaupt etwas in der Dimension der Atome, das Sinn machen könnte? Gibt es in der Dimension der Sterne und Milchstrassen etwas, das Sinn machen könnte? So wie es in unserer Dimension den Mensch gibt, der aus dem was um ihn ist, Sinn machen kann?

Der Sinn, aus der Sicht der anderen Dimensionen wäre vermutlich ein ganz anderer, als der Sinn, den wir uns machen. So anders, dass wir niemals in der Lage wären, einen solchen Sinn zu erfassen.

Neid

2014bergIch sitze mit meinem Neffen auf dem Balkon. “Wie soll ich es sagen?” fragt er, “Ich habe dich immer beneidet, dass du so genau weisst, wohin du im Leben willst. Dass du ein Ziel hast, dass du erfolgreich bist.”

Ich weiss nicht, was ich antworten soll. Denn zum einen weiß ich, wie steinig der Weg ist, den ich gehe. Doch viel mehr: Ich wollte niemals beneidet werden.

Vielmehr hätte ich gewünscht, dass man sich für mich freut. Von meiner Familie hätte ich es erwartet. Wenn mein Neffe mich zumindest bewundern und damit meine Leistung würdigen würde.

Neid ist schrecklich. Neid steht für die Frage “Warum du, warum nicht ich?”. *Neid* erkennt nicht an, dass man sich etwas *erarbeitet* hat. Und – das ist vielleicht das schlimmste – derjenige, der Neid äussert, verschließt die Augen vor den Ursachen des Erfolgs. Wenn man einen Bergsteiger darum beneidet, dass er einen hohen Berg gestiegen hat, wird man kaum in der Lage sein, von ihm zu lernen, um selbst irgendwann in der Lage zu sein, den Berg zu erklimmen.

Neid ist hässlich. Für den Neider wie den Beneideten.

Merkels Sieg

2014merkel

Gespräch unter Journalisten aufgeschnappt.

“Nein, also das würde ich nie machen, als Bundeskanzlerin, das gehört sich einfach nicht!” erregt sich die Kollegin. “Dass man als Bundeskanzlerin in eine Männerumkleindekabine geht!”

“Aber die wissen das doch, dass sie kommt.” wirft eine andere Kollegin ein.

“Das ist egal. Es bleibt eine Umkleidenkabine. Sie kann die doch wo anders empfangen. Es ist eine Fussballerumkleidekabine, auch wenn das Weltmeister sind.”

“Das ist das nächste, was sie den normalen Menschen kommt”, witzelt ein Dritter.

“Ich würde das nicht nur als Bundeskanzlerin nicht machen, ich würde das gar nicht machen”, ergänzt sich die erste.

Die Deutschen

2014brazil

Fussball macht mir Angst. Ich habe eine Abneigung gegen Massenveranstaltungen, ich mag keine Religionen. Schlechte Voraussetzung für Fussball. Immer wieder habe ich versucht, mich dafür zu erwärmen, immer wieder bin ich gescheitert. Fussball gruselt mich.

Derzeit ist Fussball-Weltmeisterschaft. Viele Spiele sehe ich beruflich, ich arbeite in der Nachrichtenredaktion eines Fernsehsenders. Gestern musste ich nicht arbeiten. Gestern war das Halbfinalspiel Deutschland vs. Brasilien. In Brasilien. Während der ersten Halbzeit gehe ich mit meiner Frau spazieren. Bomben in Israel und Gaza, die schreckliche Nachricht des Tages. Raketen auch in Berlin, jedes Tor der Deutschen Mannschaft wir gefeiert. Wir fliehen nach Hause. Die zweite Halbzeit sehen wir im Fernsehen. Deutschland besiegt Brasilien 7:1. Deutschland hat Brasilien vernichtet.

Doch während draussen die Raketen fliegen, sind die Kommentare der Moderatoren verhalten. So als müsste man etwas entschuldigen.

Vielleicht muss man etwas entschuldigen. Eine Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Es gab Proteste und Ausschreitungen im Vorfeld, Brasilien hat sich nicht leicht getan mit dieser WM.

Von den Deutschen massakriert. “Eiskalt berechnend”, die “Fehler der Brasilianer ausnutzend” wird es von Fachleuten später beschrieben. Ein Moderator – ein früherer deutscher Nationaltorwart – analysiert “emotionale Schwächen” der brasilianischen Spieler, die immer wieder in Tränen ausgebrochen seien, selbst bei der Einspielung der Nationalhymne, noch vor dem Anpfiff.

“Eiskalt”. Warum muss man den Gegner so blossstellen? Weil man kann? Warum bekommen die Deutschen keine Beißhemmung, als sie 3:0 führen? Oder 4:0? Warum muss man jemanden so erniedrigen? Den Gastgeber der WM? Deutschland kennt kein Pardon.

Es ist merkwürdig ruhig am Tag nach dem “historischen” Sieg. “Ich glaube, heute sind weniger Fahnen an den Autos, als gestern”, stellt meine Frau erstaunt fest. Ich wünschte mir, es wäre wahr.