Bundestagswahl 2021 : Triell ums Kanzleramt : Laschet, Scholz, Baerbock – und was es mit mir macht

„Wir geben jetzt ab nach Adlershof. Wir sind sehr gespannt, Gute Unterhaltung!“ sagt die Moderatorin.

Komisch, wenn ich das Triell anschaue finde ich es herzlich unergiebig. Was für ein Zirkus, denke ich mir, mit riesigem Palaver vor dem Triell und riesigem Palaver nach dem Triell und das Triell selbst inszeniert wie ein Gladiatorenkampf. Weil aber Politiker keine Gladiatoren sind müssen jetzt Politiker Gladiatoren spielen und weil Politiker keine Schauspieler sind, ist es ein seltsames Schauspiel. Die Performance ist bei allen schlecht. Über das, was sie sagen, kann ich nicht wirklich was sagen, weil ich dazu die Performance als Schauspieler herrausrechnen müsste und das ist mir zu kompliziert. Daher werde ich am Sonntag die wählen, die ich immer wähle. Meine Meinung eben, weil so natürlich niemand meine Meinung ändern kann. Selbst wenn jemand meine Meinung ändern könnte, ich könnte gar nicht verstehen, was sie sagen vor lauter Tamtam und blödsinnigem Spiel.

Wem soll man das vorwerfen? Den Politikern, weil sie schlechte Schauspieler sind? Oder den Medien, weil sie dem Publikum das geben, wovon sie denken, dass es das Publikum will?

Ich wünschte, die Medien würden wissen, was ich will. Ich bin ja schliesslich das Publikum. Naja, vielleicht nicht, die Glotze ist wieder aus.

 

Meine keine Corona-Impfung

Eine Geschichte aus zwei Blickwinkeln auf einmal

Blick aufs Detail (die Story)

Am Ostersonntag gegen Mittag stand ich auf der Zufahrt zum Flughafen Tegel. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich der coolste Hund bin, weil ich zu meiner Corona-Impfung mit dem Motorrad vorfahre. Tatsächlich aber gab es ganz viele noch viel coolere Hunde, weil viel älter und mit noch größeren Maschinen. An der Kontrolle an der Einfahrt zum Flughafen kam es zum Stau. Autofahrer, Motorradfahrer und einige, die auf Elektrofahrrädern angerollt kamen. Fussgänger wurden an einem anderen Eingang kontrolliert.

Ich wurde abgewiesen. Damit hatte ich gerechnet. Ich war glücklich gewesen, einen Impftermin bekommen zu haben – glücklicher, als ich es erwartet hatte. Wenige Tage vor meinem Termin wurde dann allerdings deutschlandweit beschlossen, dass unter 60-jährige nicht mehr AstraZeneca, dem Impfstoff, der für meinen Termin vorgesehen war, versorgt werden sollten, weil es in einigen Fällen zu Komplikationen gekommen war.

Blick aufs Ganze (die Daten)

Frauen waren stärker betroffen als Männer – in Deutschland waren es an Männern exakt 2. Zwei Komplikationen bei einer Million Männern, die geimpft worden waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei mir (einem Mann) Komplikationen auftreten würden, stand mithin also bei 1 zu 500.000. Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich.

Blick aufs Detail (die Story)

Ich hatte irgendwo gelesen, dass sich in Stuttgart Leute, die schon einen Termin hatten, impfen lassen konnten, wenn sie es auf „eigene Gefahr“ tun würden. Ich täte es auf jeden Fall auf eigene Gefahr tun, 1:500.000 scheint mir eine kleine Gefahr, gegenüber der Gefahr, schwer an Corona zu erkranken. Doch in Berlin gelten andere Regeln und so konnte ich Männern in Rauschebärten zusehen, wie sie gen Flughafen düsten, der zum Impfzentrum umgewidmet worden war. Ich fuhr wieder nach Hause.

Am nächsten morgen beim Zähneputzen ging mir dann ungefähr folgender Gedanke durch den Kopf: Irgend ein anderer Affe hat gestern meinen Impfstoff gespritzt bekommen. Wenn ich jetzt Corona kriege, dann sind die da oben schuld, die Politiker, die dämliche Entscheidungen jenseits von Mathematik treffen, weil sie sich von Volkes Stimme (oder zumindest 10% des Volkes Stimme) derart haben verunsichern lassen, dass sie nicht mehr auf die Zahlen schauen, sondern auf die Auswirkungen, die es haben könnte, wenn sich die Geschichten von den Impfkomplikationen verbreiten würden (die, egal wie unwahrscheinlich sie wären, ja mit Sicherheit kommen würden). Benzin auf die Feuer der Besserwisser, die kurioser Weise neuerdings Querdenker genannt werden.

Die Impfdosis landete also am Tag zuvor nicht in meinem Arm, sondern in einem anderen. Und ein anderer Affe (der, der zu dem anderen Arm gehört) ist mithin geschützt.

Blick aufs Ganze (die Daten)

Da der Impfstoff ja nicht weggekippt wird, sondern einfach anders verteilt, passiert von oben gesehen genau gar nichts. Statt der einen Gruppe wird nun halt eine andere Gruppe zuerst geimpft und die erste Gruppe kommt dann halt später dran. Im Moment geht es darum, bei begrenzen Kapazitäten, so viele Leute wie möglich zu impfen. Egal, wer das ist. Man muss halt eine Reihenfolge festlegen und weil man es nicht nach der Größe der Geldbeutel oder der Menge der Beziehungen machen will (wie z.B. kürzlich bei den Zugänge zur hippen App Clubhouse oder seinerzeit zu Gmail), macht man es eben in der Reihenfolge wie gefährdet jemand ist, an Corona zu erkranken. So ungefähr zumindest.

Blick aufs Detail (die Story)

Ich persönlich fühle mich jetzt nicht so gefährdet, muss ich sagen, aber ich bin halt auf dieser Liste gelandet.

Blick aufs Ganze (die Daten)

Die Politiker, die diese Entscheidung zu verantworten hatten (also unter 60-jährige nun doch nicht mit diesem Impfstoff impfen zu lassen) mussten also entscheiden. – Ok, es gibt eine gewisse Gefahr (bei Männern eine sehr geringe), dass bei diesem Impfstoff Komplikationen auftreten könnten. Was richtet also mehr Schaden an, wenn die Entscheidungsträger ihre ‚Meinung‘ ändern und dadurch das Volk verunsichern – oder die Politik an der gegebenen Richtung festhält und durch die unweigerlich über das Land kommenden Geschichten (2 Geschichten je 500.000 Geimpfte) das Volk verunsichert wird. So oder so, das Volk wird verunsichert (vielleicht jeweils andere Gruppen, aber egal). In der Sache macht es also keinen Unterschied, denn egal wie die Entscheidung ausfällt, die Zahl der Geimpften steigt.

Und so hat sich die Politik halt so entschieden, wie sie sich entschieden hat.

Blick aufs Detail (die Story)
Für mich ist das jetzt natürlich blöd.

Blick aufs Ganze (die Daten)
Eigentlich ist es Wurst.

Why Trump might have been the best thing that could happen to humanity

We are in the middle of a fundamental change of thinking. When this change began is hard to say, strong signals can already be found in the 60s or 70s of the last century. Thoughts and ideas that shape a society grow slowly, so slowly that they cannot be heard out of the noise of the time; only when you look at large periods of time can they be recognized.

It is like looking at a river. If you look at the movement of – let’s say – seven billion water molecules at one point in a river, it might be a lot, but it is still impossible to tell in which direction the river flows. It is quite possible that you are looking at a whirl that is moving against the actual direction of the river. This is not only possible, but to a certain degree probable. Only if you extend the time span of the observation and measure the position of the molecules again at a sufficiently large later time, you have a chance at all to recognize in which direction the river flows.

Societies are slow flowing rivers. So slow that one has to look at decades to be able to make a reasonably reliable statement about the direction in which they move.

The swing that occurred in the election of Obama began long before Obama. A giant pendulum had changed direction. And then Obama came along, was awarded the Nobel Peace Prize, and almost nothing changed. The wars that the USA waged were continued, the health care reform was more of a small reform, and the class differences continued to grow. I can still remember a conversation with friends who had placed great hope in the election of Obama and were bitterly disappointed that even after years ‘everything had remained the same’. The conversation took place towards the end of Obama’s second term before the election campaign for his successor (Hillary Clinton vs. Donald Trump) had begun in the United States. It was the time before Trump and the height of frustration with Obama. (The trigger for the conversation was a text that I had written at that time.)

Then came Trump. The stupidest political accident to be assumed.Trump rode a wave of populism that was felt not only in the USA, but also in Great Britain, Brazil, Poland and even in Germany. The populism came at a time when there were no really major current crises. No major crises? By ‘major crisis’ I mean a crisis that cannot be solved by money.

Most problems revolve around money or can supposedly be solved with money. The financial crisis (from 2008) was one such problem, and to a certain extent the migration crisis as well. Looking at problems primarily from one point of view (usually that of money) is almost always unsustainable, but if they succeed in convincing the audience, the hour of the populists strikes.

There are problems that cannot be solved with money. Climate change is one such problem, and more recently: Corona. Climate change or corona are complex problems. All the money in the world alone cannot solve these problems.

Populist systems act suboptimally when faced with such problems – they come to stupid decisions. It is as if, fixated on money, they do not find the right levers to act meaningfully.

Non-populist systems are more effective here. A boring Angela Merkel is better suited to tackle complex problems than an exciting and excited Donald Trump.

Trump, Bolsonaro, Orbán, Johnson, Macron, Trudeau, Merkel. The less populist the better the performance in a real crisis. In the case of Corona this can be seen in the numbers.

The fundamental change that has been going on for decades is the shift towards multi-perspective. Approaching problems from multiple perspectives is more sustainable and, for a certain type of problem (the real or complex problems), the only promising way. The counterpart to the multi-perspective approach is the mono-perspective approach (“you just have to do it right” – whatever ‘right’ might be).

Societies are becoming more multi-perspective, and thus more tolerant, more complex and cleverer, because they are learning to consider many and more perspectives. This is the direction in which the river flows. And it can hardly be overlooked, if you take a sufficiently large time frame into account (50 years +).

Never all water molecules of a river flow at the same time in the same direction. Whirls and counter-movements are normal, especially when the river flows relatively fast.

Trump will have been such a whirl. Trump stands for old, traditional thinking. It is the thinking of the monoperspektive, of which one must do the ‘right thing’. If the audience thinks that way, they need someone to express in simple words what is ‘right’ and what is ‘wrong’. Trump has fulfilled this function. That’s why he was so attractive to many and still is for many. Someone who knows what’s right and wrong doesn’t need experts or consultants to broaden the view. Trump is an animal of old thinking, a dinosaur that rebels up once more but is already doomed.

In the United States, not only the Democratic Party but all more or less multi-perspective forces have renewed themselves from scratch in the last four years. New coalitions with conservatives ( -> Lincoln Project ) are emerging, but not with the “you have to do it right” faction on the left.

Monopersective thinking is found everywhere in the political spectrum, but increasingly on the margins – on the right as well as on the left.

Trump was good for the innovation of thinking towards multi-perspective thinking, it was not his intention but it was his function. The new thinking, it would have come anyway. After Trump, it is now coming all the faster.

This is what I see.

Warum Trump das Beste gewesen sein könnte, was der Menschheit passieren konnte

Wir befinden und mitten in einem grundlegenden Wandel des Denkens. Wann dieser Wandel begann ist schwer zu sagen, starke Signale finden sich bereits in den 60er oder 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Gedanken und Ideen, die eine Gesellschaft prägen, wachsen langsam, so langsam, dass sie sich nicht aus dem Lärm der Zeit heraus vernehmen lassen; erst wenn man große Zeiträume betrachtet, lassen sie sich erkennen.

Es ist wie wenn man auf einen Fluss blickt. Wenn man an einer Stelle im Fluss die Bewegung von – sagen wir mal – sieben Milliaren Wassermoleküle betrachtet, dann ist das zwar eine Menge, es lässt sich aber dennoch nicht sagen, in welche Richtung der Fluss fließt. Es ist gut möglich, dass man auf einen Strudel schaut, der sich entgegen der eigentlichen Richtung des Flusses bewegt. Das ist nicht nur gut möglich es ist zu einem gewissen Grad sogar wahrscheinlich. Erst wenn man die Zeitspanne der Betrachtung erweitert und die Lage der Moleküle zu einem ausreichend großen späteren Zeitpunkt erneut misst, hat man überhaupt eine Chance zu erkennen, in welche Richtung der Fluss fließt.

Gesellschaften sind träge fließende Flüsse. So träge, dass man Dekaden betrachten muss, um eine einigermassen verlässliche Aussage treffen zu können, in welche Richtung sie sich bewegen.

Der Umschwung, der sich in der Wahl von Obama zeitigte, begann schon lange vor Obama. Ein riesiges Pendel hatte seine Richtung geändert. Und dann kam Obama, bekam den Friedensnobelpreis und es änderte erstmal sich so gut wie nichts. Die Kriege, die die USA führten, wurden weitergeführt, die Gesundheitsreform war eher ein Reförmchen, die Klassenunterschiede verstärkten sich weiter. Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit Freunden erinnern, die große Hoffnung in die Wahl von Obama gelegt hatten und bitter enttäusch waren, dass auch nach Jahren ‚alles beim alten‘ geblieben war. Das Gespräch fand gegen Ende von Obamas zweiter Amtszeit statt noch bevor der Wahlkampf um seine Nachfolge (Hillary Clinton vs. Donald Trump) in den USA richtig begonnen hatte. Es war die Zeit vor Trump und der Höhepunkt der Frustration mit Obama. (Auslöser für das Gespräch war ein Text, den ich damals geschrieben hatte.)

Dann kam Trump. Der dümmste anzunehmende politische Unfall. Trump ritt auf einer Welle des Populismus der nicht nur in den USA, auch in Großbritannien, Brasilien, Polen selbst in Deutschland zu spüren war. Der Populismus kam in einer Zeit, in der es keine wirklich großen aktuellen Krisen gab. Keine großen Krisen? Mit ‚großer Krise‘ meine ich eine Krise, die sich mit Geld nicht lösen lässt.

Die meisten Probleme drehen sich ums Geld oder lassen sich vermeintlich mit Geld lösen. Die Finanzkrise (ab 2008) war ein solches Problem, zu einem gewissen Grad auch die Migrationskrise. Probleme vorrangig aus einem Blickwinkel (meist der des Geldes) zu betrachten ist fast immer nicht nachhaltig, doch wenn es ihnen gelingt das Publikum zu überzeugen, schlägt die Stunde der Populisten.

Es gibt Probleme, die sich mit Geld nicht lösen lassen. Der Klimawandel ist ein solches Problem, und aktueller: Corona. Klimawandel oder Corona sind komplexe Probleme. Alles Geld der Welt alleine vermag diese Probleme nicht zu lösen.

Populistische Systeme agieren, wenn sie mit derartigen Problemen konfrontiert sind, suboptimal – sie treffen dumme Entscheidungen. Es ist als ob sie, aufs Geld fixiert, die richtigen Hebel nicht finden, um sinnvoll zu agieren.

Nichtpopulistische Systeme sind hier effektiver. Eine langweilige Angela Merkel ist besser geeignet komplexe Probleme anzugehen als ein aufregender und aufgeregter Donald Trump.

Trump, Bolsonaro, Orbán, Johnson, Macron, Trudeau, Merkel. Je weniger populistisch desto besser die Performance in einer wahren Krise. Im Falle von Corona lässt sich das in Zahlen ablesen.

Der grundlegende Wandel, der seit Jahrzehnten von statten geht, ist der Wandel hin zur Multiperspektive. Probleme multiperspektivisch anzugehen ist nachhaltiger und bei einer bestimmten Art von Problemen (den wahren oder komplexen Problemen) die einzig erfolgversprechende Art. Das Pendant zum multiperspektivischen ist der monoperspektivische Ansatz („man muss es nur richtig machen“ – was auch immer ‚richtig‘ sein mag).

Die Gesellschaften werden multiperspektivischer, und damit toleranter, vielschichtiger und klüger, weil sie viele und immer mehr Blickwinkel in Betracht zu ziehen lernen. Das ist die Richtung in die der Fluß fließt. Und es lässt sich kaum übersehen, wenn man einen genügend großen zeitlichen Rahmen zieht, den man betrachtet (50 Jahre +).

Es fließen nie alle Wassermoleküle eines Flusses gleichzeitig in die selbe Richtung. Strudel und Gegenbewegungen sind normal, insbesondere dann, wenn der Fluss relativ schnell fließt.

Trump wird ein solcher Strudel gewesen sein. Trump steht für altes, überkommenes Denken. Es ist das Denken der Monoperspektive, des man muss es „richtig“ machen. Wenn das Publikum so denkt, braucht es jemanden, der in einfachen Worten sagt, was ‚richtig‘ und was ‚falsch‘ ist. Trump hat diese Funktion erfüllt. Das ist der Grund warum er für viele so attraktiv war und für viele immer noch ist. Jemand, der weiß, was richtig und falsch ist, braucht keine Experten, keine Berater, die den Blick erweitern. Trump ist ein Tier des alten Denkens, ein Dinosaurier, das sich noch einmal aufbäumt doch bereits dem Untergang geweiht ist.

In den USA haben sich nicht nur die Demokratische Partei sondern alle mehr oder weniger multiperspektivischen Kräfte in den letzten vier Jahren von Grund auf erneuert. Es entstehen neue Koalitionen auch mit Konservativen ( -> Lincoln Project ), mit der „man muss es richtig machen“ Fraktion am linken Rand hingegen nicht.

Monoperspektivisches Denken findet sich überall im politischen Spektrum, verstärkt allerdings an den Rändern – auf der rechten Seite ebenso wie auf der linken.

Trump hat der Erneuerung des Denkens hin zum Multiperspektivischen gut getan, es war nicht seine Absicht aber es war seine Funktion. Das neue Denken, es wäre ohnehin gekommen. Nach Trump kommt es nun umso schneller.

Das ist, was ich sehe.

STORIES ARE VIRUSES

Hundreds of protesters gathered outside the residence of Minnesota’s governor on Friday to protest lockdown.

The New York Times April 18, 2020

That’s the kind of story the news likes to tell. It’s a great story because it’s unusual and disturbing at the same time.

Unusual because we should all have understood by now what this virus is all about and why and how we should help to contain its spread. Disturbing, because there are people who see it differently, express it militantly and thus again become a danger to everyone.

Somewhere in the USA, where not only the brightest lights live, hundreds (and on the pictures it looks more like hundred than hundreds) of the most stupid apes have gathered, waving blue-white-red flags and doing hullabaloo. They protest that the lockdown will be lifted. They demand their normal life back.

This is stupid for two obvious reasons.
1. as long as a larger part of society is afraid of a contagious disease, which can best be protected from by renouncing normal life, there will be no normal life.
2. it is a stupid idea to form a group with 100 others at times when a contagious virus is circulating.

In the sense of the opponents of the lockdown, an information campaign would make more sense, which explains to the people that their worries are completely unfounded because… And exactly this “because” is what is lacking. Because there are no good arguments. (The “argument” of the lockdown plunges many people into a shitty situation is not an argument, it is an observation).

Putting yourself in a group of 100 people at the moment is also pretty stupid, because it increases the risk of getting infected with the virus (even if you don’t believe in it). But this demonstration is unlikely to result in its participants becoming infected. The larger the group of people, the more likely they are to be infected, but for this relatively small group, the probability is not too high.

So most likely these idiots will not be infected, but they will probably use this as a way to “prove” how exaggerated the fear is. (Strictly speaking, they are just proving how bad their understanding of probability is, but that is nothing unusual, because humans in general are terribly bad at grasping probabilities intuitively (see Kahneman, “Thinking, Fast and Slow”).

The danger is high, however, that they will give others stupid ideas.

The perfidious thing about the story of the events, like the demonstration of the stupid monkeys in Minnesota, is that telling the story leads to many more people getting similarly stupid ideas. If 1000 times 100 people meet and wave flags, then we will almost certainly have a Super Spreader Event. That will actually have an impact.

So the only really scary element in the story of the demonstration of the stupid monkeys is the fact that we tell it to each other – and spread it by telling it.

In fact, the story is like the Corona virus itself. Anyone who tells the story transmits the virus. Most people don’t get sick.If someone gets sick, one symptom of the illness is that they go out into the street, form groups with others, wave flags and shout “Freedom!

By the way, this is the same with all stories. (The symptoms of the respective illness are very different and in most cases completely harmless).

Stories are viruses.