Von Hunden und Katzen

Berlin, 5. Juli 2005

“Stimmt genau!” ruft Tobias, “sie ist eine Katze, und ich, ich bin ein Hund. So ein Mist, so ein gottverdammter Mist! Julia kommt immer an, wenn sie etwas braucht, aber sie interessiert nicht, was ich will…. Ich muss mir einfach auch eine Hund-Frau suchen…” Ich überlege. Hund-Frauen gibt es irgendwie nicht, ich weiß nicht genau, warum. “Ich weißauch nicht warum,” sage ich, “Aber ich glaube, es gibt keine Hund-Frauen, was es gibt, sind Pferd-Frauen.” “OK, es gibt keine Hund-Frauen, aber ich, ich bin ein Hund, wahnsinnig anhänglich und treu, und total unglücklich, wenn er weggeschickt wird.” “Ja, Tobias”, sage ich, “du bist ein Hund!”

Sommer

Berlin-Mitte, Sonntag, 30. Juni 2005

Berlin zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Im lauen Abendlicht legt es sich vor meinen Balkon und blaesst mir sanft ins Gesicht. “Alles klar, Du blöde Kuh,” denke ich “diesmal bekommst Du mich nicht wieder rum.” Der nächste Flug ist bereits gebucht. Ich bin nur gekommen, ein Visum abzuholen. Die Dame bei Servisum, dem Büro, das die Visa-Angelegenheit regelt, ist berlintypisch schlecht gelaunt. Ich bin beruhigt.